Gesundheitsförderung bei der Wieland-Werke AG

Die Gesundheitsfördung ist Teil der Work-Life-Balance-Strategie.

Branche

Herstellung von Halbfabrikaten: Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren

Startjahr

2006

Anlass und Ziele

Seit der Gründung des Unternehmens durch Philipp Jakob Wieland im Jahre 1820 zieht sich die Fürsorge für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Umwelt wie ein roter Faden durch die Unternehmensgeschichte. Bereits 1834 gründete Philipp Jakob Wieland als einer der ersten Industriellen eine freiwillige Fabrikkrankenkasse. Heute ist die nicht geöffnete Betriebskrankenkasse der Wieland-Werke AG die fünftälteste Krankenkasse in der Bundesrepublik. Aus Fürsorge um die Säuglinge engagierte sich Margarete Wieland ebenfalls im 19. Jahrhundert für die Gründung einer Kinderkrippe, die bis heute fortbesteht.

Das Unternehmen bringt seinen Mitarbeitern eine große Wertschätzung entgegen. Sie schlägt sich sowohl in der Vision des Unternehmens "Fordern und Fördern" nieder, als auch in dem breiten Spektrum an Sozialleistungen, das von Angeboten aus den Bereichen Gesundheitsmanagement oder Work-Life-Balance bis hin zu ausgefeilten Vergütungsmodellen und Arbeitszeitmodellen reicht.

Aus der beschriebenen sozialen Verantwortung heraus entstehen auch heute noch auf Wieland zugeschnittene Maßnahmen unter anderem im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Als Entwicklungsgrundlagen dienen dabei Krankheitsstatistiken der BKK und der Personalabteilung sowie allgemeine Statistiken und Erfahrungen zu Herz-Kreislauferkrankungen, Muskelskeletterkrankungen und zur psychischen Gesundheit.

Zielgruppen

  • Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wieland-Werke AG

Angebote und Umsetzungsschritte

Vitalwerkstatt

Eine Teilnahme an dem wöchentlichen 10-minütigen Personal Training in der Vitalwerkstatt umfasst ein individuelles Training auf einem Schwingungsgerät mit vorheriger ausführlicher Anamnese. Ergänzt wird dieses Training durch einen selbstständig durchgeführten Teil an zwei Kraftgeräten, sowie freien Übungen mit Kleingeräten. Zusätzlich haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit Entspannungsübungen durchzuführen. Regelmäßig stattfindende Testings kontrollieren und bestimmen laufend die Trainingsmethoden und -inhalte. Die Teilnehmer trainieren dabei unter Anleitung von ausgebildeten Personal Trainern und an hochmodernen Geräten. Die Vitalwerkstatt ist an allen deutschen Standorten vertreten. Zur Aufrechterhaltung der hierbei erreichten Sensibilisierung für Gesundheit werden zusätzlich vergünstigte Mitarbeitertarife in qualifizierten Fitnesscentern angeboten.

Gesundheitsbausteine für Nachtschichtmitarbeiter

Die Arbeitsbelastung im Schichtbetrieb mit regelmäßiger Nachtschicht kann nicht beliebig verringert werden. Deshalb hat Wieland ein Konzept entwickelt, wie Schichtarbeitende besser mit diesen Belastungen umgehen können (Wieland beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter im 3 bzw. 4-Schichtbetrieb). Wieland setzt bei beiden Bausteinen zur Gesundheitsvorsorge auf die Kombination von betrieblichen Angeboten und Eigenverantwortung der Beschäftigten.

a) Nachtschicht-Aktiv-Start

Nachtschicht-Aktiv-Start ist ein Gesundheitstraining für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die "neu" im 3- oder 4-Schichtbetrieb arbeiten. Diese können in den ersten beiden Jahren ihrer Schichttätigkeit an einem Programm mit drei Modulen (7-tägiges Gesundheitstraining, Ernährungsworkshop im Unternehmen mit Lebens-/Ehepartner, 4-tägiges Auffrischungsseminar nach 9 bis 12 Monaten) teilnehmen. Das Gesundheitstraining bringt in der Gruppe und fern vom Arbeitsalltag viel Spaß, aber auch Verantwortung im Umgang mit dem Thema Gesundheit.

b) Nachtschicht-Aktiv-Bonus

Nachtschichtarbeitende, die regelmäßig aktiv an betrieblichen gesundheitsfördernden Maßnahmen (z.B. Vitalwerkstatt) teilnehmen, erhalten pro Jahr eine Zeit- und Geldgutschrift. Nach fünf Zeit- und Geldgutschriften, also frühestens nach fünf Jahren, können sie den Bonus in Form einer Wieland-Aktiv-Woche einlösen.

Wieland Aktiv-Woche

Langjährigen Beschäftigten (sowie Nachtschichtmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, die am Bonusprogramm teilnehmen) bietet das Unternehmen an, in einer Intensivwoche das Gesundheitsbewusstsein zu stärken. Mit der richtigen Mischung aus Aktivität und Entspannung können sie viel für ihre Gesundheit tun und sich damit gesunde Zukunftsperspektiven schaffen. Wieland stellt sie bezahlt frei, übernimmt die Kosten für die Gesundheitsleistungen und zahlt einen Zuschuss für Übernachtung und Verpflegung.

Die Woche enthält zum Beispiel: Gesundheits-Check-Up, Nordic Walking, Aqua Fitness, Wirbelsäulentraining, Herz-Kreislauf-Training, Seminare rund um die Ernährung oder Entspannungstechniken.

Weitere Präventionsschwerpunkte werden mit der BKK geplant und durchgeführt. So fand 2008 zum zweiten Mal eine Darmkrebs Früherkennungsaktion statt. Regelmäßig großen Zuspruch findet auch die Grippeschutzaktion, durchgeführt durch den werksärztlichen Dienst.

Weitere Bausteine der Betrieblichen Gesundheitsförderung bei Wieland:

  • Unterstützung der Wieland-Sport-Gruppe
  • Vitalprogramm
  • Psychisch stabil im Leben
  • Vitalessen
  • Suchtprävention durch Zusammenarbeit mit der Suchthelfergruppe
  • Rauchentwöhnungsprogramme

Zusammenarbeit

Eine Besonderheit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei Wieland ist mit Sicherheit die kooperative Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Betriebskrankenkasse. Hier sind rund 90 % der Beschäftigten versichert, die von den gemeinsam entwickelten Maßnahmen profitieren.

Ergebnisse und Auswirkungen

Maßnahmenbezogene Evaluationen sind bei Wieland sehr wichtig, da damit die eingeführten Bausteine auf ihre Wirksamkeit geprüft und optimiert werden können. Ergebnisse sind auch für die Teilnehmenden sehr wichtig, da hiermit mögliche Erfolge sichtbar gemacht werden können. Je nach BGF-Maßnahme werden unterschiedliche Instrumente eingesetzt.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Im Rahmen der familienbewussten bzw. gesundheitsorientierten Personalpolitik wird grundsätzlich ein Konfliktpotential zwischen der operativen Personalarbeit und der strategischen Unternehmensausrichtung gesehen. Zudem kann eine hohe Erwartungshaltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer begrenzten Bereitschaft sich auf Veränderungen bzw. neue Konzeptionen einzulassen, gegenüberstehen.

Besondere Kennzeichen des Projekts aus Sicht der Verantwortlichen

  • Neuartige Idee
  • Antwort auf neuen Bedarf oder neue Zielgruppe
  • Erreicht Beschäftigte mit Familie
  • Marketing

Personalbedarf

Für die strategische Entwicklung ein bis zwei Stellen, für physiotherapeutische und/oder sportwissenschaftliche Begleitung durch Externe für jeweils zwölf Teilnehmende ca. eine Wochenstunde.

Raumbedarf, technische Ausstattung etc.

Für das Präventionsmodul Vitalwerkstatt müssen geeignete Räume betriebsnah/werksnah zur Verfügung gestellt werden. Die Raumgröße sollte mindestens 25 m² betragen.

Finanzierung

Sowohl die Kosten für die Personal Trainer als auch die eingebrachte Zeit (Arbeitszeit) wird bei dem Präventionsmodul Vitalwerkstatt zu 100 % von der Wieland-Werke AG finanziert.

Besondere Rahmenbedingungen vor Ort

Aus Sicht der der Wieland-Werke AG zeichnet die Gesundheitsförderung insbesondere aus, dass

  • bestehende Strukturen durch neuartige Konzeptionen dem Stand der Wissenschaft angepasst werden,
  • eine Antwort auf die demographischen Herausforderungen gegeben wird,
  • die Maßnahmen hilfreich bei Personalmarketing und Öffentlichkeitsarbeit sind.

Ansprechpartner/in

Herr Florian Schoof | Wieland-Werke AG | Graf-Arco-Str. 36 | 89079 Ulm | Tel. 0731/944 - 1127 | » E-mail | » WWW

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